skip to content

Suche


 

IPA-Osnabrück besucht Freunde in Angers –

oder auch  „IPA Osnabrück geht vom 2. –  5. Oktober auf Abenteuerreise“

 

 

Seit Mai 1965 pflegt die IPA-Osnabrück enge Kontakte und einen freundschaftlichen Gedankenaustausch mit Polizeiangehörigen und IPA-Freunden in Angers. Allein bei Betrachtung unserer Chronik wird deutlich, mit welchem Engagement und mit welcher Zielstrebigkeit diese freundschaftlichen Verbindungen seither weiter ausgebaut worden sind.
Daraus haben sich auch viele persönliche Freundschaften entwickelt, die es auch weiterhin zu pflegen gilt.  Im Oktober 1996 fand der letzte Besuch bei der IPA in der Partnerstadt Angers statt. Nachdem unsere französischen Kollegen dann im vergangenen Jahr uns mit einem Besuch zuvorkamen, wurde es allerhöchste Zeit, dass auch die IPA aus Osnabrück sich endlich mal wieder nach Angers aufmachte.

 

Am 2. Oktober war es dann endlich soweit. Eine Gruppe von 30 Teilnehmern machte sich morgens in aller Frühe mit dem ehemaligen VFL-Club-Bus nach Angers auf den Weg.




Wir hatten die Raststätte in Aachen noch nicht ganz erreicht, da fuhren wir plötzlich nur noch auf drei Reifen, da sich der vierte in Einzelteile zerlegt und verselbständigt hatte. Innerhalb von 60 Minuten war in einer Gemeinschaftsaktion der Schaden behoben und das Reserverad montiert.

Doch damit nicht genug, denn für weitere zwei Stunden war uns eine Zwangspause an der Raststätte Aachen verordnet worden, um den Bus vorn mit neuen Reifen zu versehen. Aber danach lief die Weiterfahrt normal ab und wir trafen nach 1.000 Kilometern gegen 21.00 mit drei Stunden Verspätung am Hotel in Angers ein.

Den ersten Programmpunkt hatten wir damit schon mal verpasst. Unsere französischen Freunde sahen dieses allerdings nicht so eng. Sie erwarteten uns in einem nahe liegenden Restaurant und wir konnten nach den ersten Worten der Begrüßung den Tag mit der guten französischen Küche ausklingen lassen.  

Am nächsten Morgen sah die Welt in Angers schon viel freundlicher aus. Nach gutem Schlaf und französischem Frühstück ging es gemeinsam mit unseren Gastgebern zu Fuß in Richtung Stadtzentrum. Auf dem Wege lag das fünfeckige Schloss der Herzöge von Anjou aus dem 13. Jahrhundert ebenso wie die Kathedrale St. Maurice aus dem 12. Jahrhundert und das älteste Haus der Stadt, die im Fachwerkbaustil erbaute „la Maison d’Adam. Über die alten Straßen im malerischen Stadtviertel La Doutre führte der Weg mit Blick auf die Maine am Kloster, Kirchen und herrschaftlichen Stadtvillen vorbei bis zum Hotel de Ville.



Bei einem Empfang machte man uns hier mit der Geschichte und der Kultur der Stadt vertraut.  Nachmittags sollten wir dann eine der zahlreichen Gewerbeansiedlungen kennen lernen. Wie konnte es auch anders sein, als das man uns in eines der ältesten Traditionsunternehmen, nämlich der Firma Contreau, führte, bei der wir die ausführliche Besichtigung mit einem schmackhaften Getränk beendeten.

 

Beim anschließenden traditionellen Empfang im alten Commissariat Central wurde uns dann eröffnet, dass dieses unser letzter Besuch in dem uns lange vertrauten Gebäude war. Das neue modern und großzügig ausgestattete Dienstgebäude steht kurz vor der Vollendung. Nach der Übergabe von Gastgeschenken kam es zum Höhepunkt des Tages. 


Alle Teilnehmer unserer Reisegruppe wurden auf französische Gastfamilien aufgeteilt und sollten auch beim Abendessen das Familienleben hautnah erleben. Zweifel und auch Skepsis wechselten sich ab. Könnten die Sprachprobleme gemeistert werden? Um so größer war am nächsten Morgen die Freude über die empfundene Gastfreundschaft und Herzlichkeit.           

Der zweite Tag war ganz dem Weinanbaugebiet Anjou zwischen Angers und Saumur und dem damit verbunden Loire-Tal gewidmet. Zunächst ging es in das kleine Dorf Blaison Gohier, wo man uns in einer Trainingsanlage das  Boule-Spiel beizubringen versuchte. Danach folgte der Besuch eines Weinkellers in der Nähe von Brissac. Nachmittags stand die Besichtigung eines typischen Troglodyten-Dorfes in Rochemenier – eines unterirdischen Bauerndorfes – auf dem Programm.



Durch die Schilderung eines deutschsprachigen Führers fühlte man sich dabei in das 18. Jahrhundert versetzt. Nach einer Stippvisite in einem alten Handelsmuseum, das man in den restaurierten Ställen eines alten Schlosses eingerichtet hatte, fand ein letztes gemeinsames Essen mit unseren französischen Freunden statt. Dazu hatte man in einem Troglodyten –Restaurant in Doue la Fontaine, das aus mehreren großen Hallen bestand, Plätze angemietet. Die Räume ähnelten Cathedralen, die nach Abbau des Sandsteins mit natürlichen Wänden versehen waren.

Es folgte ein schmackhaftes dort seit Jahrhunderten gereichtes Mal, bestehend aus in offenen Öfen gebackenen Weizenbroten, die man mit unterschiedlichen Füllungen versah, um sie zusammen mit weiteren Beilagen und Weinen aus dem Anjou  zu kredenzen.  

 

Nach der Verabschiedung, gepaart mit vielen guten Wünschen und Versprechungen, begaben wir uns am nächsten Morgen auf die Rückreise nach Osnabrück. Dabei erreichten wir nach ca. 300 Kilometern die  Metropole Paris. Auf Nachfrage unseres Fahrers entschlossen wir uns für eine zweistündige Stadtrundfahrt mit Busstop am Louvre, um danach die Fahrt nach Norden Richtung Belgien fortzusetzen.

Bei kräftigem Regen und schlechter Sicht verpasste unser Fahrer auf einem Tankstellengelände die für ihn passende Einfahrt zur Tanksäule. Da an der Tankstelle ein Wendemanöver nicht möglich war, entschloss sich der Fahrer nach gutem Zureden durch die Insassen einen ca. fünf Meter breiten unbefestigten Streifen zu überfahren. Dieses sollte sich als großer Fehler herausstellen.
Sofort saßen wir fest und die Hinterräder gruben sich immer weiter im aufgeweichten Untergrund ein. Nach vielen ungeeigneten Versuchen fand sich dann endlich ein polnischen Lkw-Fahrer, der Erbarmen zeigte und den Bus mittels einer Hilfskonstruktion herauszog, so dass wir nach gut zwei Stunden die Fahrt fortsetzen konnten.

 

 

Die Krönung kam aber noch kurz vor Münster, als uns eine Polizeistreife zum Anhalten aufforderte. Die Beamten erklärten, ein Verkehrsteilnehmer habe behauptet, ein Bus aus Osnabrück befahre mit 140 km/h die Autobahn und habe immer versucht, ihn dabei zu überholen. Schnell hatten sich die Kollegen davon überzeugt, dass es sich hierbei um eine Geschichte aus dem Reich der Fabelwesen handeln musste. Mit einer Verspätung von vier Stunden endete unsere Abenteuerreise in der Nacht wieder in Osnabrück.    

 

Trotz dieser hier geschilderten Abenteuer war es eine schöne Fahrt mit einem hohen Spaßfaktor. Wir bedanken uns ganz besonders bei unseren Freunden von der IPA-Angers. 

 

 

Karl-Heinz Thiemann