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Abenteuer Südwestafrika im Januar 2012

Ein Reisebericht von Dirk Hildebrandt

 

 

Im Oktober 2011 kamen ein Freund und ich auf die Idee mal einen Urlaub der etwas anderen Art zu verbringen. So entschieden wir uns aus einer „Bierlaune“ heraus 3 Wochen Abenteuerurlaub im Südwesten Afrikas (mit Stationen in Namibia, Botswana und Simbabwe).

 

Nach dem 9 stündigen Flug von Frankfurt nach Windhoek startete die Reise am 11.01.12 in Namibia. Zunächst ging es mit unserem gemieteten Pick Up an die Atlantikküste nach Swakopmund, wo die Kolonialzeit noch sehr präsent ist. Straßennamen wie Bismarckstraße oder Hafenstraße und das kaiserliche Postamt lassen erahnen, dass vor gut 100 Jahren Namibia eine deutsche Kolonie war.

 

Im Vorfeld hatten wir gehört, dass man in Swakopmund in der Namib Wüste Ski fahren kann und dass bei ca. 35 Grad in kurzer Hose. Da dachten wir uns, dass nehmen wir auch mal in Angriff. Und so durften wir unter Anleitung von dem ehemaligen Thüringer Polizisten Henrik May die Namib Wüste auf Alpinskiern erkunden. Henrik war im Jahr 1998 von Thüringen nach Namibia ausgewandert und hatte seinen Polizeidienst quittiert. Henrik berichtete über sein ereignisreiches Leben, die Wüste und das Skifahren.

 

 

 Im Gegenzug berichtete ich fleißig über die Entwicklungen der letzten Jahre in der deutschen Polizei. Zum Abschluss eines tollen Tages schenkte ich Henrik ein Basecap. Die daraus resultierende Freundschaft gab es gratis dazu.

 

In den darauffolgenden Tagen fuhren wir durch das atemberaubende Damaraland bis zum Nationalpark ETOSCHA. Hier erlebten wir einen ersten Eindruck davon, was für eine Tier- und Pflanzenvielfalt in Afrika vorhanden ist. Leider konnten wir im ETOSCHA noch keinen der „Big FIVE“ sehen. Aber das sollte sich zwei Tage im Caprivi Zipel im Nordosten Namibias schnell ändern. Kurz vor Divundu rieben wir uns nach ca. 300 km Fahrt verwundert die Augen: „ Ach was ist das für ein grauer Berg da links? Und der bewegt sich ja sogar?“ Unser erster Elefant war da! Vor Freude stoppten wir unseren Wagen und konnten diesen Schnapschuss schießen:

 

 

 

Danach wurde uns der Ernst der Lage bewusst und nach einigen erfolglosen Versuchen den Rückwärtsgang einzulegen, sowie einigen Schweißperlen auf der Stirn, traten wir schließlich lieber den geordneten Rückzug an.

 

Danach ging es über die Grenze nach Botswana, dem „Land of the Gigants“. Ca. 60.000 Elefanten leben hier. So mussten wir weitere Zwischenstopps auf unserer Route einlegen, um die Dickhäuter passieren zu lassen. Wir hatten ja dazu gelernt.

 

In Simbabwe hieß das Ziel die Viktoria Falls, dem zweitgrößten Wasserfall der Welt. Ein Helikopterrundflug und ein Rundgang lassen den Besucher die herrschenden Naturgewalten erahnen.

 

Auf der Rückfahrt nach Botswana kamen wir in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei Simbabwe. Wir waren zwar nicht einen Km/h zu schnell gefahren, aber trotzdem mussten wir zahlen. Den Quittungsblock hatte der Kollege leider vergessen :-)

 

Am Ende der drei Wochen Rundfahrt verbrachten wir drei Tage auf einer typischen Farm. Von hier aus machte ich mich auf, die Polizeidienststelle in Okahandja (ca. 100 km nördlich von Windhoek) zu besichtigen.

 

Unter der Leitung von Inspekteur Scott (stellvertrender Dienststellenleiter) wurde mir die Arbeit der namibianischen Polizei erklärt. Der Zuständigkeitsbereich von Okahandja umfasst ein Gebiet, das flächenmäßig  zweimal so groß ist wie die PI Osnabrück. 65 Kollegen versehen dort bei der Recherche (Kriminaldienst) und der Schutzpolizei im 4-Schicht Rhythmus Dienst. Die Wache hat ein eigenes Untersuchungsgefängnis mit fast immer 30 gefüllten Zellen.

 

Inspekteur Scott berichtete vom Hauptproblem der Region: Übermäßiger Alkoholkonsum in den Abendstunden und damit verbundenen Gewaltdelikten. Über Tag sei es meistens sehr ruhig. Drogenprobleme gebe es keine in der 30.000 Einwohner Stadt.

 

Zum Ende der Führung wurde gerade ein „alter Bekannter“ von Inspekteur Scott dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. „Hello Referent Scott!“ vermeldete der Festgenommene. Auf meine Frage, warum er keine Schusswaffe trägt, antwortete „Referent“ Scott (ein drahtiger Kollege mit besonderer Aura) kurz: „Ich habe meinen Schlagstock. Ich regel das so. Mich fasst hier keiner an!“

Wo liegt NAMIBIA ?

 

 

Inspekteur Scott (links im Bild) freute sich sehr über die deutschen Austauschgeschenke. Die IPA sei dort noch nicht so bekannt. Aber der Kollege versprach, dass sich das in den nächsten Monaten ändere werde.

 

Am 30.01.12 endete das atemberaubende Abenteuer Südwestafrika, in dem ich auch Einblicke in die Arbeit der örtlichen Polizei gewinnen konnte.

 

Jetzt weiß ich, warum Afrika das Land der 1000 Farben, Gerüche, Geräusche, Tiere, Menschen genannt. Deshalb geht es 2013 wieder nach Botswana.....

 

Dirk Hildebrandt