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„11. IPA-Niedersachsentour“ im Jubiläumsjahr des Westfälischen Friedens brachte 20.000 DM für die Kinderkrebshilfe

Im Jahre 1648 legten Boten die gut 50 Kilometer lange Strecke zwischen den Verhandlungsstädten Osnabrück und Münster im Sattel ihrer Pferde zurück, um die Noten der Gesandten auszutauschen. Die Radsportler der IPA Osnabrück saßen jetzt 222 Kilometer auf den Sätteln ihrer Rennräder, um die Grüße der Stadt Osnabrück im Friedenssaal der Stadt Münster zu übermitteln. Auf einer Gesamtstrecke von 615 Kilometern zum „Tag der Niedersachsen“ nach Meppen sollten Spenden- und Sponsorengelder für die Kinderkrebshilfe eingefahren werden.

Osnabrück - Meppen - Osnabrück = 615 Kilometer

70 Fahrer und eine Fahrerin gingen Freitag, am 17 Juli, um 08.00 Uhr vor dem Polizeidienstgebäude in Osnabrück an den Start. Vorbei am Hermannsdenkmal bei Detmold stand das Rathaus in Münster als erstes Etappenziel fest. Trotz eines gewaltigen Wolkenbruches war dieses pünktlich nach 222 Kilometern um 18.00 Uhr erreicht.

Da durch die Friedensverhandlungen 1648 auch die Niederlande begründet wurden, mußte die Tour am zweiten Tag zwangsläufig durch die Niederlande führen. Nach der ersten Übernachtung im Polizei-Fortbildungsinstitut „Carl Severing“ in Münster verstärkten zehn niederländische Fahrer aus dem Bezirk Twente das Fahrerfeld. Drei Kollegen aus Meppen reihten sich ab Münster ebenfalls in das Peleton ein, so daß die ca.100 Fahrer und Begleiter nach 150 Kilometern pünktlich um 15.45 Uhr zum Empfang durch Innenminister Glogowski, dem Schirmherren der Tour, vor der Bühne in Meppen eintrafen. Schon bei der Einfahrt gingen Polizeidienstmützen , auch niederländische, als Sammelbehältnisse von Hand zu Hand.

Nach großem Applaus führte der Weg in strömendem Regen weiter zur Jugendherberge nach Lingen. Hier konnten sich alle Teilnehmer zwei Tage von den sehr hilfsbereiten Herbergseltern verwöhnen lassen.

Im Rahmen einer Rundstrecke von 68 Kilometern, gefahren mit erhöhter Geschwindigkeit, führte die Etappe am Sonntag durch das Emsland. In Haselünne war im Stammhaus der Firma Heydt ein Imbiß vorbereitet. Doch offensichtlich reichte diese Kurzstrecke nicht aus, um alle Kräfte der Fahrer aufzuzehren, denn im Rahmen eines äußerst stimmungsvollen Discoabends in der Jugendherberge waren noch reichlich Reserven erkennbar - das soll nicht wieder vorkommen!

Bei herrlichem Wetter schickte die Herbergsmutter in Lingen die Tourteilnehmer am vierten Tag, dem Montag, um 09.00 Uhr auf die Rückreise nach Osnabrück. Kurz vor der zweiten Bergwertung überraschte die Landjugend Lienen die Fahrer auf dem letzten Pausenhof noch mit einen Scheck. Um 16.10 Uhr trafen die Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein nach 145 Kilometern in Osnabrück ein.

Beim obligatorischen Abschlußessen warteten abends bereits einige Sponsoren, die mit freundlichen Worten weitere Spendenschecks überreichen wollten. Die IPA-Verbindungsstelle Main-Tauber-Kreis e.V. zum Beispiel, hatte anläßlich ihres 25jährigen Jubiläums 1.800 DM gesammelt. Auch die Verbindungsstelle Osterholz-Scharmbeck beteiligte sich an der Sammlung. Die Berufsfeuerwehr Osnabrück war ebenfalls mit einem beachtlichen Scheck dabei. Somit beträgt die Spendensumme dieser „11. IPA-Niedersachsentour“ bis heute stolze 20.000 DM.

Die Fahrer kamen in diesem Jahr nicht nur aus dem Raum Osnabrück. Das Feld wurde verstärkt von Kollegen aus Oldenburg, Bremen, Koblenz, Tauberbischofsheim, Pforzheim, Aachen, Dannenberg, Ahaus, Meppen, Vechta, Verden, Frankfurt am Main, Erkrath, Düsseldorf, Essen, Mainz und Reutlingen. Erstmals war in diesem Jahr auch eine Fahrerin dabei. Die Begleitung erfolgte durch die Kollegen aus Osnabrück und den Niederlanden, die gemeinsam für die Sicherheit, das Gepäck und die Versorgung verantwortlich waren. Jüngster Fahrer war der 15jährige Polizistensohn Timo Hagedorn aus Bissendorf, ältester der 60jährige Pensionär Hans-Gerd Kühn aus Bad Soden/Frankfurt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 33 Km/h bei 13 Grad Regen bis 34 Grad Sonne. Neben dem Verzehr von 800 Bananen und der von Bäckerei Grave gestifteten kohlehydratreichen Kost kam auch in diesem Jahr wieder das Durstmobil von Coca Cola zum Einsatz.

Die Tour des Jahres 1997 nach Nienburg erbrachte durch Start-und Sponsorengelder 25.000 DM, die an eine Einrichtung zur Unterstützung leukämiekranker Kinder in Georgsmarienhütte ging.

Insgesamt konnten damit bis heute 165 000 DM für einzelne Projekte der Kinderkrebshilfe eingefahren werden.

Die IPA-Verbindungsstelle Osnabrück dankt allen Teilnehmern, Helfern und Sponsoren, die auch in diesem Jahr wieder zum Erfolg der Tour beigetragen haben.

Die „12. IPA-Niedersachsentour“ über Hann Münden zum „Tag der Niedersachsen“ nach Bückeburg findet vom 9. bis 12. Juli 1999 statt.


Karl-Heinz Thiemann