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Sieg für die Kinderkrebshilfe! 
„12. IPA-Niedersachsentour 1999 nach Bückeburg“


„Nanu, die Tour de France bei uns? Aber warum haben dann alle das gelbe Trikot an?“ So oder ähnlich werden manche gedacht haben, die zufällig am Straßenrand standen oder als Autofahrer für einen Moment Platz machten. Des Rätsels Lösung: Durch das Land kurvte vier Tage lang die “12. IPA-Niedersachsentour“ zum „Tag der Niedersachsen“ in Richtung Bückeburg.

81 IPA-Radrennfahrer aus dem Raum Osnabrück und Niedersachsen, verstärkt durch Freunde und Kollegen aus anderen Bundesländern, waren am 9. Juli dabei, als es darum ging, wieder einen ordentlichen „Batzen“ Geld zu erradeln. Dazu kamen 20 Begleiter mit den erforderlichen Fahrzeugen, die unterwegs für die Verkehrslenkung und Logistik verantwortlich zeichneten.

Der Tross war groß wie noch nie, ebenso die Zahl der Neueinsteiger. Die Gesamtkilometerleistung hielt sich mit 608 allerdings in Grenzen, sie war schon mal höher. Gefahren wurde in gelb, weil es offiziell keine Einzelsieger gab - siegen sollte nur die Kinderkrebshilfe.

Wenn man sich die Strecke einmal näher betrachtet, wird einem schnell klar, warum nur 608 Kilometer gefahren wurden. Denn allein am ersten Tag von Osnabrück über Bielefeld, Paderborn, Warburg und Hofgeismar, durch Teutoburger Wald, Senne und Reinhardswald nach Hann.Münden gingen 204 Kilometer „über Berg und Tal“ kräftig in die Beine. Sie war sensibel ausgesucht und vermessen, anspruchsvoll bis teilweise schwierig, aber gerecht und ausgewogen.

Manfred Wesemann, Leiter des Bildungsinstitutes der Polizei und eine Abordnung der örtlichen IPA-Verbindungsstelle begrüßten und betreuten die Teilnehmer am Abend des ersten Tages in Hann.Münden. Nach der Entgegennahme eines Spendenschecks vom Förderverein des BIP und einem wunderschönen Abend, organisiert durch die dortigen Angehörigen, ging es am nächsten Morgen weiter in Richtung Bückeburg.

Bei strahlendem Sonnenschein schlängelte sich die Karawane entlang der Weser flußabwärts, durch den Solling, an Grohnde vorbei, bis kurz vor Bückeburg nach Steinbergen. Dieses ist der Heimatort Heiner Bartlings. Wie versprochen erwartete der Innenminister auch schon die Fahrer, um sich selbst auf sein Rad zu schwingen und in das Peloton einzureihen. Gemeinsam mit seinen Polizisten fuhr er dann in Bückeburg ein. Selbstverständlich wurde ihm vorher das IPA-Trikot übergestreift.

Der gesamte Tross, den sportlich durchtrainierten Innenminister in der Mitte, fuhr dann durch eine jubelnde Menschenmenge - von unserem Moderator Frank Wilde förmlich aufgeheizt - bis zum Marktplatz in Bückeburg. Hier hatte der Chefreporter von Radio Antenne, Hans-Christian Stoll, schon kräftig die Werbetrommel gerührt und legte auch sogleich die erste Spende in die bereitgehaltene Polizeimütze.

Der Innenminister war in seiner Begrüßung voll des Lobes über diese öffentlichkeitswirksame Aktion der Polizei und sagte auch sofort seine Unterstützung für die „IPA- Tour 2000“ zu.

Nach der Sammlung setzte sich diese gute Stimmung auf dem Wege nach Minden in die Herzog - von - Braunschweig - Kaserne fort. Nach 162 Kilometern war das Ziel des zweiten Tages erreicht. Busse der Bundeswehr brachten die Teilnehmer abends wieder nach Bückeburg und alle hatten Gelegenheit, am „Tag der Niedersachsen“ teilzunehmen.

Am Sonntag ging es auf einen Rundkurs von 83 Kilometern. Das Polizeikommissariat Rinteln hatte mit Hilfe der heilpädagogischen Tagesbildungsstätte nach 40 Kilometern einen hervorragenden Imbiss organisiert. Danach stand das Weserbergland auf dem Programm - „Porta Westfalica ließ Grüßen!“ Es war eine Freude mit anzusehen, wie alle bestrebt waren, diese Berge zu „knacken“.

Hierbei zeigten sich dann die Kraftreserven der jüngsten Fahrer, die mit 38 Km/h die Berge hochzogen.

Nach Rückkehr in Minden war in der Kaserne Gelegenheit für Gespräche und Erfahrungsaustausch. Mit Witz und Humor taten sich die Bayern, Oberfranken und Württemberger ganz besonders hervor. Aber auch die Hannoveraner um unseren mitfahrenden Landespolizeidirektor Andreas Schiefer trugen kräftig mit zur Stimmung bei.

Der Montag stand im Zeichen der Rückfahrt nach Osnabrück. Diese letzten 159 Kilometer zu fahren war eine Selbstverständlichkeit. Hierbei gab es noch einige „Späßchen“ zu überwinden. Ein Schild mit 15 Prozent Steigung ließ dabei ein Kämpferherz schon höher schlagen. Wie heißt es so schön: Der Wille kann Berge versetzen!

Ein Zwischenstopp auf dem historischen Kirchplatz von Bad Essen bescherte der Spendenkasse 750 DM. - ausgehändigt im Rahmen einer kleinen Begrüßungsveranstaltung von Gemeindedirektor Helmut Wilker und Ortsbürgermeisterin Ursula Busse.

Pünktlich um 15.28 Uhr traf dann der Tross in Osnabrück ein. Der Jubel war groß und alle waren ein wenig stolz darüber, dass sie diese Tour durchgestanden hatten. Der Sportdirektor Wilfried Bosse freute sich, dass trotz fünf Stürzen die „12. IPA-Niedersachsentour“ ohne schwerwiegende Verletzungen beendet werden konnte. Auch die Durchschnittsgeschwindigkeit konnte sich sehen lassen: 29,7 Km/h.

Zum Abschlußessen auf der Diele der Gaststätte „Zur alten Eversburg“ erschienen, wie in den Jahren zuvor, Freunde und Sponsoren. Neben den hier gehaltenen Dankesworten wechselten kleine Geschenke, aber auch große Schecks und Geldbeträge die Besitzer. Darum auch an dieser Stelle nochmals Dank an Spender und Sponsoren, an alle Helfer und Begleiter, die mit dazu beitrugen, dass die Tour auch im 12. Jahr so erfolgreich beendet werden konnte. Denn alle Mühen hatten sich gelohnt: Wir konnten die stolze Summe von 26.000 DM zur Verfügung stellen.



Mit der „IPA-Niedersachsentour 2000“ - der „Millenium-Tour“

wird die Spendenschallmauer von 200.000 DM durchbrochen! Es ist die längste Tour - 700 Kilometer - die je gefahren wurde. Sie ist anspruchsvoll für Mensch und Maschine und landschaftlich wieder sehr reizvoll. Sie wird uns Pfingsten über das Wiehengebirge, die Dammer Berge, durch die Dammer Schweiz und das nördliche Dümmerland, durch die Moore bei Wagenfeld und Sulingen, über Nienburg bis in die Heidestadt Celle führen - einem niedersächsischen Kleinod. Hier beziehen wir für drei Tage Quartier in der Landesfeuerwehrschule Niedersachsen.

Im Rahmen von zwei Rundtouren über Gifhorn, Hildesheim und natürlich Peine als Veranstaltungsort des diesjährigen „Tag der Niedersachsen“, werden wir Pfingst-sonntag beim „Tag der Niedersachsen“ eintreffen.

Innenminister Heiner Bartling schreibt in seinem Brief an die IPA-Osnabrück: „Ich stimme mit Ihnen überein, daß die „IPA-Niedersachsentour“ nicht nur einem guten Zweck dient, sondern auch in vorbildlicher Weise das „Wir-Gefühl“ innerhalb der Polizei stärkt und zur positiven Darstellung in der Öffentlichkeit beiträgt. Mir wird es eine besondere Freude sein, die Schirmherrschaft zu übernehmen und die Radsportler im Rahmen des „Tag der Niedersachsen“ zu begrüßen.“

Der Minister wird sich dazu am Pfingstsonntag, dem 11. Juni, wieder in das Feld einreihen und mit uns zum Veranstaltungsort fahren. Hier wird er die Teilnehmer der Tour nach bis dahin 412 Kilometern pünktlich 12.30 Uhr auf der Bühne am Schützenplatz in Peine begrüßen.

Nach der obligatorischen Sammlung geht es weiter nach Hildesheim, wo die IPA-Hildesheim auf dem dortigen Flughafen anläßlich der „EXPO“ ein internationales „FLY-IN“ ausrichtet. Hier treffen sich Polizeiangehörige aus verschiedenen Ländern, die sich in ihrer Freizeit mit der allgemeinen Luftfahrt beschäftigen. Viele von ihnen werden mit eigenen oder mit Maschinen ihres Vereins in Hildesheim einfliegen. Die „IPA-Niedersachsentour 2000“ wird um 14.30 Uhr auf dem Flugfeld erwartet. Nach dem Treffen mit den „IPA-Fliegern“ führt dann die Strecke zurück nach Celle.

Pfingstmontag um 08.00 Uhr ist die Rückreise nach Osnabrück vorgesehen, wo der Tross um 16.33 Uhr am Kollegienwall eintrifft. Die Tour endet mit dem gemeinsamen Abendessen in der Traditionsgaststätte „Zur alten Eversburg“. Bis dahin wird die Spendenkasse zu Gunsten der „Kinderkrebshilfe“ geöffnet bleiben.

In besonderem Maße können sich alle auf das abwechslungsreiche Programm beim „Tag der Niedersachsen“ freuen, das nach den Strapazen einer enormen sportlichen Leistung als alljährlicher Höhepunkt und hervorragende Ablenkung mit hohem Spaßfaktor viel Zuspruch findet. Gesprächsstoff wird dabei sicherlich schon die nächste IPA-Tour bieten.

Ich persönlich freue mich auf die „14. IPA-Niedersachsentour“ vom 15. bis 18. Juni 2001 zum „Tag der Niedersachsen“ nach Lüneburg. Die alte Hansestadt Lüneburg ist eine Perle unter den Städten Norddeutschlands. Das BBZ- Berufsbildungszentrum Lüneburg hat bereits angeboten, die Tourteilnehmer für diese Zeit in ihren Räumen aufzunehmen.

Karl-Heinz Thiemann