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“15. IPA-Niedersachsen-Tour”
- die Jubiläumstour -
zum “Tag der Niedersachsen”
nach Northeim
brachte 12.000 € für die Kinderkrebshilfe

Die Boten der IPA saßen 320 Kilometer auf den Sätteln ihrer Rennräder, um die Grüße aus Osnabrück den Gästen auf dem Landesfest zu übermitteln. Auf einer Gesamtstrecke von 639 Kilometern zum “Tag der Niedersachsen” nach Northeim sollten Spenden- und Sponsorengelder für die Kinderkrebshilfe eingefahren werden.
Es war nicht nur die schwerste Tour, es waren auch die schlechtesten Wetterbedingungen seit ihrer Gründung.

Osnabrück - Northeim - Osnabrück = 639 Kilometer

82 Fahrer und eine Fahrerin wurden Freitag, am 7 Juni, um 08.00 Uhr, vor dem Polizeidienstgebäude in Osnabrück vom eigens aus Oldenburg angereisten Direktor der Polizei bei der Bezirksregierung Weser-Ems, Johann Kühme, auf die Reise geschickt.

Die erste Tagesetappe führte über Melle und Herford dann durch das schöne Extertal weiter bis Vardeilsen bei Einbeck. Hier übergab der Bauer Hilmar Kahle ein lebendes Schwein als Spende. Nach Besichtigung dieses im Stall scheu umherlaufenden Schweins wurde allerdings auf dessen Begleitung als Maskottchen während der Tour verzichtet - es soll zu Gunsten der Kinderkrebshilfe von einem Schlachter in Einbeck verkauft werden.

Um 17.35 Uhr trafen die Teilnehmer dann durchnässt bis auf die Haut und mit total aufgeweichter Bekleidung bei strömendem Regen im Quartier in Duderstadt ein. Das danach folgende hervorragende Abendessen konnte durchaus als Entschädigung für diesen harten Tag gesehen werden. Hierbei erhielt jeder Teilnehmer ein Erinnerungspaket mit alten DM-Noten von der Deutschen Bundesbank - allerdings geschreddert und versehen mit einem Logo der Tour.

Nach dieser ersten Übernachtung standen alle frisch und ausgeruht bereit, um die sehr anspruchsvolle Strecke über 147 Kilometer und dabei durch den Harz zu bewältigen. Die Stimmung war allerdings leicht betrübt, denn es regnete bereits wieder. Trotzdem ließ es sich der Bürgermeister von Duderstadt nicht nehmen uns vor dem alten historischen und gerade restaurierten Rathaus, das man auch extra für uns beflaggt hatte, zu begrüßen. Gleichzeitig erhielten wir dabei auch noch eine Spendenscheck der IPA-Duderstadt.
Doch danach ging es “ans Eingemachte”! Bei ständigem Anstieg über Herzberg und Sieber bis St. Andreasberg kamen wir den Höhen des Harzes immer näher. Und wer da glaubte in St. Andreasberg schon das Schlimmste hinter sich zu haben, der irrte ganz gewaltig! Denn erst jetzt kamen die Steigungen, die mit 12 – 16 % ausgewiesen sind und auch furchtbar in den Beinen schmerzen.

Hinzu kamen die Kälte und der Regen, der den schönen Blick auf den Brocken völlig unmöglich machte. Bei einer Sicht von 50 Metern schafften wir dann mühsam den Anstieg bevor es auf der Bundesstraße wieder abwärts Richtung Osterode ging. Plötzlich klärte sich der Himmel wie bestellt auf und wir konnten an der Staumauer der Sösetalsperre unsere wohlverdiente Pause einlegen. Gleichzeitig servierte uns die Jugendherberge Duderstadt eine warme Suppe.

Bei Sonnenschein ging es dann weiter durch die schöne Altstadt von Osterode nach Northeim. 15 Kilometer vor dem Ziel wartete bereits Innenminister Bartling, um sich hier in das Feld einzureihen. Wohl auf die bereits hinter uns liegenden Strapazen war zurückzuführen, dass man bei gleichbleibendem Tempo fuhr und nicht die Geschwindigkeit wie im letzten Jahr auf 42 km/h erhöhte.

Minister Bartling war offensichtlich darüber sehr verwundert, zumal er wieder sehr gut vorbereitet war. In Northeim erwartete uns eine große Anzahl von Besuchern und wir nahmen uns viel Zeit für den Aufenthalt beim “Tag der Niedersachsen”. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Innenminister um 15.00 Uhr auf der NDR-Bühne stand auch noch ein Besuch beim Stand der Polizei Northeim auf dem Programm.

Die als Spendendosen umfunktionierten Polizeimützen und Fahrerhelme waren natürlich während der ganzen Zeit im Umlauf, so dass wir eine gute Einnahme mit zum Quartier nach Duderstadt nehmen konnten. Man merkte förmlich, dass sich die Stimmung im Feld durch die Sonne gebessert hatte, denn auf diesen letzten 40 Tageskilometern traten alle nochmals kräftig in die Pedale. Der Schnitt konnte dadurch wieder entsprechend angepasst werden.


Nach einem gemeinsam verlebten Abend in Duderstadt und Northeim - dahin hatten uns zwei Polizeibusse gebracht – stand am Sonntag die Weiterfahrt über 158 Kilometer nach Wennigsen am Deister auf dem Programm. An diesem sonnigen Sonntagmorgen musste dann das Gänseliesel in Göttingen als Hintergrund für einige Gruppenfotos herhalten.
Hierbei fanden sich spendenfreudige Bürger, die spontan noch einige Euros in die Mützen legten. Anschließend ging es weiter durch den Solling, das Weserbergland, an der Marienburg vorbei zum Bildungsinstitut der Polizei nach Wennigsen. Jetzt hatten wir Gelegenheit nach einem guten Abendessen anlässlich der Weltmeisterschaft noch einen schönen Fußballabend unter freiem Himmel zu erleben. Dabei kamen endlich auch die während der gesamten Fahrt mitgeführten OSNA-Getränke zum Einsatz.


Die Rückfahrt nach Osnabrück führte zum wiederholten Male über den Nienstedter Paß und dieses natürlich bei Regen. Nach einer Pause in Hüllhors/Oberbauernschaft erreichten wir nach 120 Kilometern gegen 15.15 Uhr das sonnige Osnabrück. Hier hatte das Hotel Westerkamp in Zusammenarbeit mit unserem Kuchenlieferanten “Grave der Bäcker” zum Tourabschluss für alle einen Imbiss vorbereitet, der mit großem Dank angenommen wurde.
Dabei bot sich auch die Gelegenheit allen die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten herzlich Dank zu sagen und die vielen auswärtigen Fahrer bis zum nächsten Jahr zu entlassen. Die Fahrer aus dem Main-Tauber-Kreis überreichten noch schnell 200,-- Euro als Geschenk ihrer IPA-Verbindungsstelle.


Am Abend beim obligatorische Abschlussessen in der Gaststätte “Zu alten Eversburg” förderten dann einige Sponsoren noch weitere Spendenschecks aus den Ärmeln. Damit können wir bis heute stolze 12.000,-- Euro aus dieser Tour verbuchen. Mit den bisher eingefahrenen 130.380,--Euro beträgt das

Gesamtspendenaufkommen jetzt 142.380,-- Euro.
 

Die Spendenkasse ist noch bis zum 15. November dieses Jahres geöffnet.
Dann sollen im Rahmen eines Festaktes in der Stadthalle Osnabrück bei Anwesenheit von Teilnehmern und Gästen die Spenden dieser “15. IPA-Niedersachsen-Tour” übergeben werden.

 

Abschließend sei noch gesagt, dass wir schon lange nicht mehr so viele Reparaturen zu verbuchen hatten wie in diesem Jahr. Der Ersatzteilbestand reichte bei weitem nicht aus und es musste unterwegs noch nachgeordert werden. Auf das Wetter zurückzuführen waren offensichtlich auch die drei zu verzeichnenden Stürze.

 
Doch auch zum Schmunzeln gibt es was zu berichten: So glaubte unser Motorradbegleiter Fritz Kühl einen unserer Fahrer vor sich zu haben, der mühevoll versuchte sich vom Reparaturwagen an das Feld heranzuarbeiten. Dieser Fahrer war jedoch bereits vorher vom Fahrerfeld überholt worden. Also schob Fritz Kühl diesen fremden Fahrer an das Feld heran. Dem gefiel das offensichtlich so gut, dass er während der nächsten Zeit bei uns verblieb und sich erst mit herzlichen Worten nach der Pause verabschiedete. Auch so kann man neue Mitfahrer gewinnen!

Die IPA-Verbindungsstelle Osnabrück dankt allen Teilnehmern, Helfern und Sponsoren, die in diesem Jahr wieder zum erfolgeichen Ablauf der Tour beigetragen haben. Besonderer Dank gilt hier der Firma Coca Cola für das Bereitstellen von Fahrzeugen und Getränken, aber auch der Bäckerei Grave für die Tourverpflegung, sowie den Firmen Starke und Beresa aus Osnabrück für die Gestellung der Begleitfahrzeuge.


Die “16. IPA-Niedersachsen-Tour” zum “Tag der Niedersachsen” in Leer findet im kommenden Jahr vom 27. bis 30 Juni statt.

Karl-Heinz Thiemann

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