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IPA-Niedersachsentour 2012 nach Duderstadt

 

 

25. IPA Jubiläums Tour – ein etwas nasser Rückblick

 

 

 

-           von Stefan Bramkamp –

 

 

 

 

Der Regen bezeichnet die häufigste Form des flüssigen Niederschlags. Das Auftreffen auf den Boden findet dabei in unterschiedlichen Formen statt. Diese Naturgegebenheiten in allen Fassetten auch noch auf dem Zweirad „erleben zu dürfen“ ist eine Erfahrung der diesjährigen IPA Niedersachsen Tour. Nicht nur die Zahl der Teilnehmer, die Durchquerung von vier Bundesländern sondern auch das Erreichen eines Spendenrekords dürfte die diesjährige „silberne“ Tour wesentlich geprägt haben.

 

 

 

Aufgrund des Jubiläums erscheint ein Rückblick in die Anfangsjahre angezeigt, zumal die Wetteraspekte bei der 1. IPA-Niedersachsen-Tour gänzlich entgegengesetzt waren. Die Ausfahrt vor 25 Jahren, genau vom 19.08. - 22.08.1988, erfolgte bei strahlendem Sonnenschein mit 13 Fahrern und 6 Begleitern in Richtung Oldenburg. Seit jener Zeit nehmen nicht nur Wilfried und Pille auf dem Rad, sondern auch Lothar auf dem Motorrad und Karl-Heinz in unterschiedlichen Funktionen kontinuierlich an dieser Veranstaltung teil. Beim damaligen Start traten zudem noch die diesjährigen Teilnehmer Norbert und Mechaniker Michael an. Während im August 1998 noch 1.900,- DM (ca. 971,45 Euro) für caritative Zwecke, hauptsächlich durch Kleinspenden und Sammlungen, eingefahren wurden, lag das Spendenziel 2012 wesentlich höher. “Wir schaffen im 25. Jahr auch die 25.000 Euro“ war die Losung zum Jubiläum.

 

 

 

So gingen dann auch im Juli 2012, an einem Freitag den 13., insgesamt 6 Radfahrerinnen, 90 Radfahrer und weitere 25 Begleiter hinter dem mit von Coca Cola bestückten Durtsmobil, dem Lautsprecherwagen der Firma Getränke Schröder sowie den Gepäck- und Verpflegungsfahrzeugen der Firma Volkswagenzentrum Osnabrück auf die Reise nach Duderstadt.

 

 

 

Ein erster Vorgeschmack auf mögliche Wetterkapriolen erfolgte bereits bei der Trainingstour am 07.07.2012. Nach etwa 2/3 der 123 km langen Strecke, prasselte kurz nach der ausgezeichneten kulinarischen Mittagspause bei unserer Sekretärin Anke ein heftiger Schauer nieder. Wenig später erstrahlte die Sonne, trocknete zumindest die Kleidung und erhellte die Stimmung. Auch die Spendenkasse konnte an diesem Tag nach einer reinen Fahrzeit von vier Stunden schon gefüllt werden.

 

 

 

Der eigentliche Tourstart am berüchtigten Freitagmorgen zeichnete sich durch Dauerregen gepaart mit unerfreulichen Wettervorhersagen aus. Die Stimmungslage war daher nicht ganz so überschwänglich und Regenbekleidung prägte das Bild auf dem Hof am Kollegienwall. Recht schnell wurde das Gepäck und die beliebte Verpflegung „unseres Bäckers“ Grave verladen.

 

 

 

Kurz vor Aufbruch hielt dann noch eine hoffentlich nicht wiederkehrende Premiere mit Erwähnung in der Lokalpresse in die Geschichte Einzug: Ein aktueller Mordfall im Stadtgebiet verhinderte die Teilnahme zweier Fahrer, die daraufhin unverzüglich ihren Dienstpflichten nachgingen.

 

 

 

Die Verabschiedung erfolgte mit präsidialem Segen durch Polizeipräsidentin Heike Fischer. Auch Inspektionsleiter Michael Maßmann ließ es sich, wie andere Polizeirepräsentanten und Zuschauer aus Stadt und Landkreis Osnabrück, nicht nehmen, den Tross gebührend zu verabschieden. Völlig wetterunerschrocken erfolgte pünktlich um 8 Uhr der Startschuss. Gleich mehrfach wurde das Fahrerfeld zum Aufbruch mittels weiterer Schussabgaben erinnert.

 

 

 

 

 

 

 

Erste regnerische Zwischenstopps erfolgten auf dem Marktplatz und bei der Firma Rotork in Melle. Etwa eine Stunde später erfolgte eine kleine Stärkung und eine Scheckübergabe im Foyer bei der Firma Hettich in Kirchlengern. Im Gegensatz zur Spendenkasse besserte sich das Wetter jedoch nicht.

 

 

 

Erst am Nachmittag, nachdem bereits etwa 160 Kilometer abgeradelt waren, schienen die Wettergötter Mitleid mit dem völlig durchnässten Peloton zu haben. In Einbeck konnten im Beisein des örtlichen Polizeichefs nicht nur gesammelte Gelder der Stadtverwaltungsbeschäftigten am Marktplatz vom Bürgermeister angenommen werden, nein auch ein Hochzeitspaar erfuhr mit der Ankunft der Tour sicherlich ein einmaliges Erlebnis.

 

 

 

Gegen 18 Uhr wurde mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 29,63 km/h und einer reinen Fahrzeit von 8 Stunden das Tagesziel in Duderstadt erreicht.

 

Nach der Zimmerbelegung im Jugendgästehaus, einige hatten es so eilig, dass sie auch mal die Zimmernummern vertauschten, erfolgte schnell die nötige Körper- und Wäschepflege, um pünktlich zu einem gemeinsamen Abendessen im Speiseraum zu erscheinen. Wer hiernach noch Unternehmungslust verspürte, ließ sich vom Freiluft-Programm des Tages der Niedersachsen 2012 in der Innenstadt beeindrucken.

 

 

 

Während die Teilnehmer sich in der Nacht erholten, setzte dann auch wieder der Regen ein.

 

 

 

Durch ein reichhaltiges Frühstück am nächsten Morgen gestärkt, wurde die Wettervorhersage kritisch beäugt: Trocken aber stark bewölkt mit unsicherer Tendenz. Nichtsdestotrotz begann um 10 Uhr der Angriff auf den anstehenden 108 km langen Rundkurs. Die Ausfahrt in den niedersächsischen und thüringischen Teil des Eichsfeldes erfolgte unter Begleitung der dort zuständigen Polizeikollegen aus dem Nachbarland.

 

 

 

Sicher führten uns die dienstlichen Begleiter durch die mit Straßenbahnschienen ausgestattete Stadt Nordhausen. Kurz vor Duderstadt und der Aussicht auf eine trockene Ankunft an der Bühne beim Tag der Niedersachsen, beeindruckte eine andere Wettervariante das Fahrerfeld. Starke Windböen, heftige Regenschauer übergehend in Hagelkörner, leicht überflutete Straßen und ein Temperatursturz fegten über uns hinweg. Dass diese plötzliche Wetteränderung keinerlei Unfälle herbeiführte, grenzt schon fast an ein Wunder.

 

 

 

Triefnass gestalteten sich daher auch die Ankunft an der Bühne der Jugendfeuerwehr und der Empfang durch den Innenminister Schünemann. Als nach der Ministeransprache und Worten unseres IPA Präsidenten dann alle Teilnehmer auf die Bühne gebeten wurden, der Minister samt IPA Chor das Niedersachsen Lied anstimmte, und auch mehrfach sang, war die Stimmung wieder zur Höchstform aufgelaufen.

 

 

 

Pech lediglich für die nachfolgende Trachtentanzgruppe: Die Bühne musste nach unserem musikalischen Glanzauftritt erst vom zuvor eingesammelten Regenwasser befreit werden. Immerhin überbrückte der aus dem Radio bekannte Moderator die kurze Pause geschickt und versprach im nächsten Jahr seine Tourbegleitung – Schauen wir mal, ob er sich 2013 an diese Aussage erinnern kann!

 

 

 

 

 

Der ein oder andere suchte am Samstagabend erneut die Veranstaltungsmeile auf, um neben der Innenstadt auch Eindrücke von der Stadt gewinnen zu können. Das Angebot war ausgewogen, Schade nur, dass dort noch nicht der Austragungsort für 2013 verkündet wurde.

 

 

 

 

 

 

Am Sonntagmorgen um 9 Uhr traten dann alle Teilnehmer, erneut bei starker Bewölkung, letztmalig vor dem Jugendgästehaus an. Es standen weitere 112 km in vier Stunden reiner Fahrzeit nach Höxter an. Nach den ersten trockenen 32 km erfolgte ein Stopp auf dem Gelände der Polizeidirektion Göttingen.

 

 

 

Kurz zuvor hatte es ein Krad, als auch der Lautsprecherwagen samt Besatzung noch geschafft, schwarz weiße Fotoaufnahmen von sich zu fertigen. Schnell rankten Gerüchte, dass das Fahrerfeld zuvor reichlich Geschwindigkeitsdruck aufgebaut und die Fahrzeuge so zum Verstoß gedrängt hatte.

 

 

 

Gegen Pausenende war dann auch mal wieder das Anlegen der Wetterschutzbekleidung angesagt. Erst mit einem kurzen Ausflug in das hessische Bundesland, landschaftlich reizvoll an der Weser entlang, klarte der Himmel auf. Gegen Mittag folgte im Schlossinnenhof von Fürstenberg, Sitz der deutschlandweit zweitältesten Porzellanmanufaktur, eine längere Rast.

 

 

 

Auch hier wurden von der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, der Landrätin des Landkreises Holzminden Angela Schürzeberg sowie der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt weitere Spenden entgegengenommen. Bei herrlichem Sonnenschein ging die Fahrt weiter zum Hotel in Höxter, vorbei an der höchsten Erhebung des Lipper Berglandes, dem Köterberg.

 

 

 

 

 

 

Da dieser bereits vor Jahren bezwungen wurde, war das Erklimmen nicht eingeplant. Einige Fahrer hielt dies jedoch nicht davon ab, sich nach der Zielankunft nochmals dieser Herausforderung zu stellen. Andere suchten hingegen lieber die Innenstadt von Höxter auf, um sich auf den anstehenden Abschlussabend im Hotel vorzubereiten.

 

 

 

 

 

Dieser Abend - mittlerweile ein Tour-Highlight -  war auch in diesem Jahr an Unterhaltung und dem musikalischem Höhepunkt nicht zu überbieten.

 

 

 

Neben dem jungen Fahrer Volker, der sich freundlicher Weise als Glücksfee für die Auslosung der Tombola in geschlechtsspezifischer Aufmachung zur Verfügung gestellt hatte, begeisterten einige Teilnehmer unter Leitung des Produzenten Martin mit der Jubiläumsversion des Niedersachsenliedes.

 

 

 

Besonders der an diesem Abend in seiner ureigenen Art moderierende TvB war vom Komponisten mit dem treffenden Wort „Sklaventreiber“ im Liedtext bedacht worden.

 

 

 

Die Abschlussveranstaltung erbrachte somit über den Losverkauf nicht nur einige Tausend Euro an Spenden, sondern auch eine eigene IPA-Tour-Hymne. Besonders erfreut zeigten sich auch zwei langjährige Teilnehmer über den Gewinn der Hauptpreise – natürlich Fahrräder.

 

 

 

 

Am letzten Tourtag lagen weitere 196 km in Richtung Osnabrück vor dem Feld, wobei die Ankunftszeit sich aufgrund weiterer Sponsorenbesuche auf den Abend terminierte. Am morgendlichen Frühstückstisch wurden die Fahrer Phil und Tobias mit Geburtstagskuchen beglückt, welche später im Wallenhorster Rathaus der sachgerechten Verspeisung zugeführt werden konnten.

 

 

 

Nach trockener Abfahrt rollte das Feld in Richtung Bad Pyrmont. Kurz vor dem Kurort wurde der erst vor zwei Jahren fertiggestellte und 850 Meter lange Emmerauentunnel durchquert. Wenig später erfolgte die Rast im Zentrum des Kurorts direkt vor der Quelle „DER HYLLIGE BORN“.

 

 

 

 

 

 

 

Dort wartete eine Spendenübergabe der Vilsa Brunnen Otto Rodekohr GmbH & Co. KG, welche im Ort unter den Produktnamen „Bad Pyrmonter“ produzieren. Frau Ami Rodekohr von der Geschäftsführung ließ es sich auch dieses Jahr nicht nehmen, persönlich zur Scheckübergabe und Getränkeverkostung zu laden.

 

 

 

Auch Vilsa Brunnen feierte dieses Jahr ein besonderes Jubiläum – 100 Jahre standen dort bereits zu Buche! Weiter ging es über Detmold und Bielefeld in die niedersächsische Heimat. Gegen 14:30 Uhr warteten in Bad Essen die Grundschulkinder und präsentierten zwei musikalische Stücke.

 

 

 

Weitere Zwischenstopps folgten bei der Waffelfabrik Meyer zu Venne in Ostercappeln/Venne, der Firma Stavermann in Rulle und bei der Gemeinde in Wallenhorst. In deren Räumlichkeiten wurde bei Kaffee und Kuchen und nach der offiziellen Spendenübergabe durch den Bürgermeister und die Hanse Wallenhorst das IPA Lied erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

 

 

 

Beim Verlassen des Rathauses begrüßte uns auch wieder der bis dahin nicht wirklich vermisste Regen. Die Einsammlung erheblicher Vermögen erfolgte letztmalig bei der Firma Elektro/Sanitär Wilhelm Koch in Osnabrück. Bei der letzten Betriebsfeier hatten die Mitarbeiter gesammelt und das Unternehmen einen stattlichen Betrag hinzugelegt.

 

 

 

 

 

Nach insgesamt 23 Stunden, 653 Kilometern und einer Durchschnittgeschwindigkeit von 28,39 km/h endet die 25. IPA Niedersachsen Tour 2012 gegen 18 Uhr auf dem Hof am Kollegienwall. Das Sammlungsziel von 25.000 Euro war erreicht!

 

 

 

Vielen Dank an die Organisatoren, die vielen Helfer, die nicht immer sichtbar mit erheblichen persönlichen Einsatz und Zeitaufwand für das Gelingen der Tour gesorgt haben. Ein Dank auch an die vielen im Bericht nicht namentlich erwähnten stillen Sponsoren und natürlich auch an alle Teilnehmer, ohne EUCH ist weder die Tour noch das Sammeln im Sinne der Hilfe krebskranker Kinder und Angehöriger möglich.

 

 

 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie alle Teilnehmer den IPA Gedanken pflegen und diese Touren zu einer deutschlandweit einmaligen Veranstaltung machen. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr und hoffe alle gesund wiederzusehen.

 

 

 

Stefan Bramkamp

 

- Sekretär IPA-Vbst. Osnabrück -